Waisen und kranke Kinder von Zaporoshye, Ukraine
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Mobile Teams und vernetzte Jugendzentren

Seit 2004 unterst├╝tzt Caritas international Projekte der Caritas Ukraine in den Gro├čst├Ądten Donetsk, Kiew, Khmelnytsky und Lviv. Hier finden Stra├čenkinder, deren Zahl aufgrund der verbreiteten Armut weiter angestiegen ist, einen gesch├╝tzten Raum und p├Ądagogische Hilfe

Autor: Caritas International, www.caritas-international.de
Veroffentlicht am: 2011-12-13 15-30-00   Counter: 1960
  
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Der Minibus als mobile Anlaufstelle: Mittagessen f├╝r Stra├čenkinder

Die Industriestadt Donetsk liegt im Osten der Ukraine. F├╝nf mal pro Woche wird der Kleinbus der mobilen Stra├čenkinderstation an f├╝nf Haltestellen in der Stadt mittags von Kindern und Jugendlichen belagert. Einmal f├Ąhrt er nachts die Treffpunkte an. 78 Stra├čenkinder im Alter von zehn bis 17 Jahren betreut die Caritas in der Industriestadt regelm├Ą├čig. Die Mitarbeitenden verteilen Mahlzeiten und gebrauchte Kleidung, ein Arzt versorgt Wunden und gibt Vitaminpr├Ąparate aus. Doch der Bus ist mehr als das: Er ist eine Schnittstelle zwischen der Stra├če und dem normalen Leben. Das Angebot der Caritas-Mitarbeiter umfasst neben rechtlichem Beistand auch Freizeitaktivit├Ąten, wie zum Beispiel ein Ferienlager im Sommer.

Viele Stra├čenkinder leben in der Kanalisation oder in den Kellern heruntergekommener Wohnsiedlungen. Die Heizungsrohre dort machen die Temperaturen im Winter einigerma├čen ertr├Ąglich. Um Kopf und Schmerzen zu bet├Ąuben, schn├╝ffeln viele Kinder und Jugendliche Klebstoff - eine billige und leicht erh├Ąltliche, aber hochgiftige Droge.

Ziel der Stra├čenkinderprojekte ist es, die Heranwachsenden von der Stra├če zu holen - und wenn m├Âglich zu vermeiden, dass sie ├╝berhaupt dort landen. Das Konzept der Caritas umfasst dabei ambulante Hilfen in mobilen Anlaufstationen, intensive Betreuung in Stra├čenkinderzentren, Unterst├╝tzung der Kinder in staatlichen Heimen sowie Beratung und Hilfen f├╝r die Familien.

Die Caritas in Donetsk schlie├čt mit jedem Kind einen Sozialvertrag ab. Darin sind die verbindlichen Leistungen und Pflichten beider Seiten festgelegt. Auf diese Weise lernen die Heranwachsenden, Verantwortung f├╝r ihr Handeln zu ├╝bernehmen. Zudem erfahren sie, dass sie sich auf die Mobilstation verlassen k├Ânnen. Ein Gef├╝hl, das viele der Kinder bislang kaum kennen gelernt haben. Das schafft Vertrauen und eine Basis f├╝r die Zukunft.

Inzwischen sind in der Ukraine f├╝nf mobile Jugendsozialteams unterwegs und betreuen 141 Kinder, die auf der Stra├če leben.

Betreuung von Heimkindern


Viele der Kinder wohnen unter elenden Bedingungen

Die Caritas in Donetsk unterst├╝tzt zudem Stra├čenkinder, die vom Jugendamt in ein ├ťbergangsheim eingewiesen wurden. Die Betreuung in den staatlichen Heimen ist schlecht. P├Ądagogische Arbeit findet nicht statt. Doch sind die Heranwachsenden hier immerhin mit dem Notwendigsten versorgt und k├Ânnen die Schule besuchen. Die Mitarbeitenden der Caritas Donetsk kommen zweimal pro Woche f├╝r jeweils sieben Stunden ins Heim und besch├Ąftigen sich mit den Kindern: Sie spielen mit ihnen, machen Sport und organisieren Feste. Dar├╝ber hinaus bieten sie aber auch die M├Âglichkeit zu Einzelgespr├Ąchen und zur Besch├Ąftigungstherapie. Nicht zuletzt informieren sie, wenn m├Âglich, die Eltern dar├╝ber, dass ihr Kind im Heim ist. Und sie begleiten die Kinder bei der Kontaktaufnahme mit ihren Familien, denn h├Ąufig ist dies eine seelisch sehr belastende Begegnung.

Anlaufstellen f├╝r Kinder aus Krisenfamilien

Der Bedarf ist gro├č, daher hat die Caritas Ukraine ihr Angebot ausgebaut. Inzwischen werden sieben soziale Zentren f├╝r Kinder und Jugendliche betreut, insbesondere auch f├╝r die Kinder von Migrantenfamilien. Die Zentren in Stryy, Boryslav, Drohobych, Brody, Ivano-Frankivsk, Kolomyja und Novovolynsk tauschen sich untereinander intensiv aus, um die Arbeit zu verbessern. Dabei geht es auch um die Qualifikation der Mitarbeiter/innen. Die Zentren sind bem├╝ht, eng mit den staatlichen Anlaufstellen und Kommunen zusammenzuarbeiten und aus gemeinsamen und geteilten Erfahrungen zu lernen.


Zwei Stra├čenkinder in einem Zentrum Foto: Caritas international

Das t├Ągliche Angebot der Zentren umfasst Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung, Freizeitaktivit├Ąten, aber auch Beratung und rechtlichen Beistand. Das Zentrum steht allen offen. Sowohl Stra├čenkinder, als auch Kinder, die in Krisenfamilien aufwachsen finden hier ein St├╝ck Sicherheit und Normalit├Ąt.

Beh├Ârden und Polizei greifen heute hart durch. Vagabundierende und obdachlose Kinder und Jugendliche werden in staatliche Heime zwangseingewiesen. Dadurch hat sich der Fokus der Hilfe ge├Ąndert. Die Sozialarbeiter(innen) der Caritas betreuen heute landesweit in sechs Tageszentren 1.450 Kinder und Jugendliche in Krisensituationen, deren Eltern aufgrund von Arbeitslosigkeit und Krankheit in extremer Armut leben, alkohol- und drogenabh├Ąngig sind oder sie bei Gro├čeltern zur├╝ck gelassen haben, weil sie den Lebensunterhalt der Familie als Arbeitsmigranten im Ausland verdienen. Viele der von der Caritas Ukraine in den vergangenen zehn Jahren betreuten Stra├čenkinder sind inzwischen erwachsen. 25 bis 30 Prozent von ihnen haben den Sprung geschafft, die Schule abgeschlossen und eine feste Arbeit gefunden. Die ├╝brigen leben zum Teil von Gelegenheitsarbeiten, oft auch von Kleinkriminalit├Ąt und einige von ihnen weiterhin als Obdachlose auf der Stra├če.






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