Waisen und kranke Kinder von Zaporoshye, Ukraine
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Fotobericht: Viktor und Svetlana Hanzhev aus Saporoschje haben in ihre Familie 20 Waisenkinder aufgenommen

In dieser wunderbaren und außergewöhnlichen Familie besuchen die meisten Kinder die Musikschule, und mehrmals pro Jahr geht die Familie auf Wanderungen. Um 20 Kinder erziehen zu können, braucht die Familie unsere Hilfe!

Autor: Albert Pavlov, übersetzt von Elena Davybaran, www.deti.zp.ua
Veroffentlicht am: 2012-02-15 13-00-00   Counter: 2112
  
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Laut offiziellen Angaben gibt es in Saporoschje kein familienähnliches Kinderheim. Aber in unserer Stadt lebt die Familie von Viktor und Svetlana Hanzhev, die 11 Waisenkinder in Pflege genommen haben. Vor kurzem haben wir diese Familie besucht.


Zu einem familienähnlichen Kinderheim kann eine Pflegefamilie werden, die mehr als fünf Kinder (leibliche und Pflegekinder) erzieht. Per Gesetz muss der Staat einer solchen Familie ein Zuhause, die Begleitung der Sozialarbeiter und finanzielle Unterstützung (zwei Existenzminimums pro Kind und das Gehalt für Eltern-Erzieher) zur Verfügung stellen.

Warum haben dann die Hanzhevs nicht den Status eines familienähnlichen Kinderheims? Als die Familie Hanzhev die Kinder aus Waisenhäusern holte, waren familienähnliche Kinderheime keine verbreitete Form der Betreuung von Waisenkindern in der Ukraine. Es war bürokratisch sehr schwierig, ein familienähnliches Kinderheim zu gründen. Um Schwierigkeiten zu vermeiden und Kinder möglichst schnell herausholen zu können, wurden sie adoptiert oder in Pflege genommen. De facto existiert ein familienähnliches Kinderheim, aber laut Papieren gibt es eine Familie mit Adoptiv- und Pflegekindern. Diese Situation führt dazu, dass die staatliche Unterstützung für Kinder verringert wird. Ferner entstehen andere Schwierigkeiten.

Menschen wie Svetlana und Viktor werden oft nicht verstanden. Es mögen Lobberichte in TV und Zeitungen erscheinen, aber die meisten Ukrainer begreifen nicht, wie man mehr als zehn Kinder erziehen kann. Woher nimmt man die Kräfte dafür? Sogar ein Kind ist für viele eine große Last.

Mit diesen Gedanken sind wir zum Haus der Familie Hanzhev am Stadtrand gekommen. Die Eltern begrüßten uns freundlich. Die Kinder waren noch in der Schule. Svetlana führte uns durch das Haus. Es ist zweistöckig und für fünf oder sechs Personen gut geeignet. Aber für eine Familie aus 13 Personen ist das Haus sicherlich zu klein. Einige Kinder schlafen in Etagenbetten, das Wohnzimmer ist durch eine Trennwand in zwei Hälften geteilt. Die Atmosphäre im Haus ist aber sehr gemütlich, alles ist sauber und gepflegt. Die Kinder wohnen nicht in einem kasernenähnlichen Waisenheim, sondern im eigenen Haus.





Allmählich kommen wir mit dem Ehepaar ins Gespräch darüber, wie alles angefangen hat.

„Wir hatten keine Kinder, und 1989 haben wir uns entschlossen, aus dem Kinderheim Zwillingsschwestern zu nehmen“, beginnt Svetlana ihre Erzählung. „Die Mädchen waren damals 4,5 Jahre alt“.

Zehn Jahre waren sie die einzigen Kinder in der Familie, haben die ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge der Eltern bekommen. Dessen ungeachtet waren die Beziehungen zu den Töchtern nicht immer problemlos. In der Familie kam es oft zu Konflikten. 1999 haben Svetlana und Viktor die zehnjährige Irina adoptiert. Mit Irina war vieles deutlich einfacher, sie machte weniger Probleme. Jetzt ist Irina 19 Jahre alt, sie studiert in Saporoschje und hilft den Eltern bei der Kindererziehung.

In 2003 haben die Hanzhevs vier Kinder aus dem regionalen Kinderheim „Solnischko“ in Pflege genommen. Damals dachten sie, dies wäre jetzt der Schluss. Aber wie Svetlana sagt, der Gott führte sie diesen Weg weiter. Eines Tages haben sie in einem TV-Bericht drei Kinder aus dem Kinderheim in der Stadt Berdyansk gesehen. Das Ehepaar hat diese Kinder unverzüglich aufgesucht und war bereit, sie als Pflegekinder in ihre Familie aufzunehmen. Aber ausgerechnet das Jugendamt bestand auf einer Adoption. Die Hanzhevs konnten diese Kinder nicht adoptieren, weil sie zehn Kinder nicht ernähren konnten. Für ein Pflegekind bekommt man Unterstützung vom Staat.

Zum Schluss haben sie 5 Kinder aus Internaten in Berdyansk und Matvijvka in Pflege genommen. Nach dem Erreichen der Volljährigkeit verließen zwei Adoptivtöchter das Elternhaus, sie sind jetzt selbstständig. Kurz danach adoptierten Svetlana und Viktor noch ein kleines Mädchen – Karina. Karina war damals einen Monat alt. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs lebten in der Familie elf Kinder.


Neun Kinder besuchen die Musikschule, es gibt im Haus 3 Geigen, 2 Klaviere, 2 Akkordeons, ein Saxophon, und der Vater Viktor träumt ernsthaft von einem Familienorchester

Ich halte die Frage nicht zurück, die jedem in den Kopf kommt, der zum ersten Mal die Familie Hanzhev zu Hause besucht:

„Wie schaffen sie das alles zeitlich?“

„Sicherlich ist es schwierig, aber mit Gottes Hilfe kommen wir klar. Als die Kinder noch kleiner waren, stimmte der Arbeitgeber zu, dass Viktor etwas früher nach Hause geht, damit er Kinder aus dem Kindergarten abholen konnte. Große Hilfe leisteten Freunde aus der Kirche der evangelischen Christen, die wir besuchen. Sie haben uns Kinderbetten, Spielzeuge und Computer geschenkt.“

Viktor fügt hinzu:

„Eine der politischen Parteien hat uns vor ein paar Jahren einen Kleinbus geschenkt, aber wegen der bürokratischen Hürden haben wir noch nicht alle Probleme mit Dokumenten gelöst.“

„In meinem Elternhaus waren wir elf Geschwister“, erzählt Viktor weiter, und keiner fühlte sich übergangen, jeder bekam Aufmerksamkeit und Zuwendung. Meine Mutter überlebte drei Hungersnöte, zugleich ist sie mit unserer Erziehung klargekommen. Heutzutage erklären die Mütter, die ihre Kinder verlassen, diesen Schritt durch finanzielle Schwierigkeiten. Aber sogar Vögel verlassen ihre Kinder nicht. Ich denke, nur der Glaube an Gott kann verhindern, dass es neue neuer Sozialwaisen gibt und den bereits existierenden Waisen helfen, eine neue Familie zu finden.


„In meinem Elternhaus waren wir elf Geschwister“, erzählt Viktor"

„Viktor, warum entscheiden sich dann sogar unter gläubigen Menschen nur wenige für eine Adoption?

Die Antwort von Viktor war etwas ungewöhnlich:

„Nicht alle sind dazu bereit, weil Pflegekinder für alles, was man für sie machte, möglicherweise nicht einmal „danke“ sagen.“

Tatsächlich wird es über diesen Aspekt der Adoption nicht viel gesprochen. Es existiert die gängige Meinung, dass ein Adoptivkind sofort glücklich und dankbar sein muss. In Wirklichkeit geschieht das nicht immer so. Das ist eine wichtige Frage: Wie fühlen sich Eltern, die vieles für ihre Pflegekinder gemacht haben, aber nur Undankbarkeit und Vorwürfe bekommen?

Viktor und Svetlana haben in ihrem Leben eine ähnliche Situation erlebt. Es war nicht einfach, damit klarzukommen, aber den Eltern haben ihre Kinder dabei geholfen. Das Leben und neue Familienmitglieder haben gezeigt, dass einige Kinder ihre Eltern lieben und schätzen, andere gehen immer ihren eigenen Weg, sogar wenn dieser Weg nicht gut ist. Diese Situation ist alt wie die Welt. Nicht jeder, der Gottes Worte hört, tut sie auch.

Jetzt sieht die Familie Hanzhev dieses Problem philosophisch – sie schenken ihren Kindern Liebe und beten, dass die Kinder immer das Gute vom Bösen unterscheiden können.



P.S. Vor kurzem haben Viktor und Svetlana in ihre Familie noch 10 Waisenkinder aufgenommen. In der Familie leben jetzt 20 Kinder. Die Hanzhevs werden für jede Hilfe für Kinder dankbar sein.

Sicherlich ist das Leben einer derart großen Familie unvorstellbar ohne Unterstützung durch andere Menschen. Es wäre gut, wenn jemand mit einer Wanderausrüstung, mit einem Beitrag zu Reisekosten oder mit dem Kauf von Büchern und Enzyklopädien für die Kinder helfen könnte.

Kontaktmöglichkeiten zu Svetlana Hanzheva +380612679421 (Festnetz) oder +380500848092 (Handy)

Die freundlichen Helfer der Stiftung "Glückliches Kind" beantworten Ihnen gern Ihre Fragen

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