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Glaube an deinen Traum!

Das ist die Geschichte von Seryozha, der sechzehn Jahre lang von einer liebenden Familie träumte, und dessen Taum letztendlich wahr wurde!

Autor: Anastasia Pisaryova, übersetzt von Thomas Paul, deti.zp.ua
Veroffentlicht am: 2014-05-21 14-10-00   Counter: 1094
  
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Ich traf Seryozha vor einem Jahr das erste Mal während eines Reinemach-Tages in Kalinovka, der von der Stiftung Glückliches Kind veranstaltet wurde. Nahezu alle Waisen dort versuchten uns zu helfen, kamen vorbei, schlossen Freundschaft mit uns, griffen uns bei der Hand, während Seryozha nahe der Veranda saß und nur am Lächeln war. Dann kam er mit seinem Rollstuhl herüber und sagte: "Hallo, ich bin Seryozha!" Er war einer der wenigen Waisen im Glücklichen Zuhause, der irgendwie redete und mich ständig fragte, wie es mir gehe und was es Neues seit meinem letzten Besuch gäbe. Er erinnerte sich immer, was man trug, sagte oder versprach. Manchmal konnte er derart subtile Dinge in Deinen Worten bemerken, wodurch mir bewusst wurde, dass Seryozha weit mehr erkennen konnte, als das, was wir bisweilen versuchen nicht wahrzunehmen.

Dieser Junge mit seinem großen Herzen, welches er mit jedem herum teilte, freute sich auf die Erfüllung seines riesigen Traums, in einer wirklichen, liebenden Familie zu leben. Seryozha glaubte mit Herz und Seele, dass irgendwo auf der Welt seine Mama sei. Er glaubte aufrichtig seine Mama in jedem Mädchen zu erkennen, das das Waisenheim in Kalinovka besuchte.



Der große Tag kam letztendlich - und Seryozhas Mama fand ihn schließlich. Er war schrecklich nervös und befürchtete, dass irgendetwas schiefgehen könnte und seine zukünftigen Eltern ihn nicht mögen würden. Einer seiner Gründe der Besorgnis war die komplizierte Situation in der Ukraine. Er wünschte sich ernsthaft Frieden und darum erschreckte es ihn im Fernseher zu erblicken, wie grausam und dumm Leute sein können. Eines seiner größten Hindernisse zur Erfüllung seines Traum bestand darin, seine Geburtsurkunde von der annektierten Krim zu besorgen. Seryozha war zwar bereit zu warten, aber doch unwillkürlich besorgt und brach in Tränen bei der Vorstellung aus, nach solch einem langen Warten, noch ein bischen länger im Waisenheim bleiben zu müssen. Dieser junge Mann suchte Trost im Himmel und hoffte auf das Beste.

Seryozhays zukünftige Eltern waren in der Zeit der Ungewissheit, bis sie ihn offiziell ihren Sohn nennen dürfen, sehr aufgeregt. Sie unternahmen jeden Versuch, Seryozha in ihre Familie zu bringen, weshalb sie unseren größten Respekt verdienen! Es gibt nur wenige Menschen, die diese kurvenreiche Straße wählen und auf ihr tapfer entlang gehen. Sie freuten sich echt darauf ihren Sohn zu treffen, ungeachtet der Tatsache, dass er nicht ihr leibliches Kind ist. Sie werden ihm bestimmt ihr Herz und ihre Seele geben. Seryozha ist für seine Geduld und seinen festen Glauben, eines Tages von seiner Mama und seinem Papa geliebt zu werden, großzügig belohnt worden.

Nach ihrem größten Martyrium, mussten Seryozhas Eltern noch einige unbedeutende Sachverhalte in der Stadt klären. Sodann nahmen sie ihren Sohn aus dem Waisenheim, steuerten Richtung Saporoshje und begaben sich auf den Weg nachhause in die USA.



Das nächste Mal als wir Seryozha sahen, traf er uns mit dem Ausdruck von Sicherheit in seinem Gesicht und glücklichen Augen. Nun hat Seryozha Menschen, die nicht nur gesetzlich verantwortlich für ihn sind, sondern für ihn auch in einer Art Liebe. Seryozha fühlt sich von jedem geliebt. Der junge Bursche war schnell dabei die Initiative zu ergreifen, wie Tee machen oder selbst das Geschirr abzuwaschen. Seryozha und sein neuer Papa sind wie die beiden besten Kameraden - ihnen macht es Spaß Grimassen zu schneiden und sich kaputt zu lachen. Sie sind im Begriff zu lernen, sich einander zu verstehen.

Inzwischen schafft es Seryozha leicht, seinen eigenen Rollstuhl zu bedienen und fragt nicht nach Hilfestellung, wie er es gewöhnlich im Waisenheim von Kalinovka tat, wo er auf Barren kletterte, dabei bat unterrichtet zu werden, wie er auf seinen Füßen stehen könnte. Er brannte förmlich mit dem Verlangen, fortzuziehen und zu leben.

Es gibt gewiss eine besondere Form des Glücks - für einen anderen glücklich sein. Ich war von solch einem Gefühl überwältigt, als Seryozha nach Amerika abfuhr. Er war am Aufblühen und stärker werden. Jetzt besitzt er mehr Kräfte und Begeisterung, um für sein Glück zu kämpfen. Endlich kennt er das Ziel und den Wert seiner Bestimmung. Wesley und Karen geben ihm das größte wundervolle Gefühl einer soliden Grundlage. Wenn Du weißt, dass jemand an Dich glaubt und Dich immer unterstützen wird - bist Du bereit, bis ans Ende zu gehen, auch wenn Deine Kräfte schwinden.



Einmal während eines Rollstuhlrennens in Kalinovka fuhr Seryozha herüber, lächelte und fragte mich: "Wenn Du behindert wärst, würden wir Freunde werden?" Ich versuchte ihm zu erklären, dass es egal sei und wir ohnehin Freunde seien, aber er glaubte meinen Worten nicht. Bevor der Zug nach Kiew abfuhr, umarmte uns Seryozha sehr herzlich und nannte uns vertrauensvoll seine Freunde. Dieser erstaunliche Wechsel in Seryozhas Einstellung kam daher, dass er sich als eine Persönlichkeit wahrnimmt, der sein Leben größtmöglichst entfalten kann, ohne von irgendjemandem abhängig zu sein. Wir vereinbarten, uns in ein paar Jahren zu treffen und zusammen sein altes, aber Glückliches Zuhause zu besuchen. Ich hoffe wirklich, er wird dorthin als ein vollkommen unabhängiger, starker und glücklicher Mensch zurückkommen.

Die Familie Blake lässt sich derzeit in Süd-Carolina fröhlich nieder und gewöhnen sich an ihr neues Leben. Seryozha ist dabei Englisch zu lernen und lehrt seinen Eltern Russisch zu sprechen, was manchmal komisch ist, da er einige russische Laute nicht völlig korrekt ausspricht. Die Familie teilt miteinander das Beste, was sie für ihre Lebenszeit gesammelt haben und sind selig jemanden zu haben, mit dem sie es zusammen genießen können.



Seryozhas Geschichte ist ein leuchtendes Beispiel für den Glauben an die Erfüllung Deiner Träume und an großherzige Menschen, die für Kinder mit besonderen Bedürfnissen sorgen möchten.

Ich hoffe sehr, dass viele andere kleine Waisen mit besonderen Bedürfnissen in Kalinovka, die wirklich alle liebende Familien verdienen, das Glück haben werden, eines Tages auch ihre Mama und ihren Papa zu besitzen!






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