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Wie leben Binnenvertriebene in der Bukowina: Realität, Schlussfolgerungen und was wir verändern können

Kürzlich haben wir mehrere Orte der vorübergehenden Unterbringung (MTP) für Binnenvertriebene in der Region Czerniwzi besucht. Von mehreren Dutzend Unterkünften konnten wir fünf besichtigen.

deti.zp.ua
Veroffentlicht am: 2026-03-03 10-00-00   Counter: 70
  
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Nach offiziellen Angaben sind in der Region 3095 Plätze für Binnenvertriebene vorgesehen, davon sind 255 frei. Zusätzlich werden Plätze für Menschen mit Behinderungen gesondert erfasst. Die Statistik spiegelt jedoch nicht die Realität wider: „freie Plätze“ bedeuten oft, dass mehrere Personen in einem Zimmer untergebracht werden, was kaum als komfortables Wohnen bezeichnet werden kann.

Das Gesamtbild ist ernüchternd. Auf dem Papier erscheint die Hilfe systematisch, in der Praxis stoßen wir jedoch oft auf Bürokratie, Gleichgültigkeit und schwaches Management. Dennoch gibt es positive Beispiele – und diese gilt es zu unterstützen.

Was wir gesehen haben

In einem Wohnheim eines Colleges, über das zuvor der Ombudsmann berichtet hatte, erzählten die Bewohner, dass sie für Zimmer bezahlen mussten, die mit Spendengeldern renoviert wurden. Gleichzeitig wird ein teurer Generator bei Stromausfällen nicht genutzt, und eine Solaranlage funktioniert nicht. Formal gibt es 96 Plätze, tatsächlich wohnen dort etwa 40 Personen. Ein Teil des Gebäudes steht leer, ein anderer Trakt ist vernachlässigt, obwohl die Menschen bereit wären, selbst bei Reparaturen zu helfen.

In einem anderen Wohnheim wurden die Vertriebenen nach einem Brand an andere Orte verlegt. In einer ländlichen Unterkunft herrscht eine gute Atmosphäre, aber es gibt keinen Generator, und im Sommer trocknet der Brunnen aus. In einer Modulsiedlung in Czerniwzi ist die Kapazität groß, jedoch gibt es Probleme mit der Ausstattung, die entweder nicht funktioniert oder nicht gewartet wird. In einem großen Wohnheim im Stadtzentrum leben über 360 Vertriebene, darunter viele Kinder, doch das Gebäude ist renovierungsbedürftig.

In allen Fällen zeigt sich dasselbe Problem: Ressourcen sind häufig vorhanden, aber systematisches Management und konsequente Umsetzung fehlen.

Beitrag von Suspilne zu diesem Thema:



Reaktion der Gesellschaft: eine schmerzhafte Wahrheit

Nach der Veröffentlichung unseres Besuchs erhielten wir Hunderte Kommentare. Dies zeigte, dass das Thema die Menschen tief berührt.

Leider gibt es in Regionen fernab der Front einen Teil der Bevölkerung, der Binnenvertriebenen mit Geringschätzung begegnet. Verallgemeinerungen und Stigmatisierungen entstehen. Es mangelt an Empathie. Gleichzeitig denken nur wenige daran, dass diese Menschen ihr Zuhause, ihre Arbeit und ihr gewohntes Leben verloren haben. Nicht alle können sich schnell anpassen, insbesondere ältere Menschen nicht.

Es ist wichtig zu verstehen: Binnenvertriebene sind keine „Kategorie“, sondern individuelle Menschen. Unter ihnen gibt es aktive, initiative Persönlichkeiten, die Ordnung um sich herum schaffen. Es gibt aber auch jene, die längere Unterstützung benötigen – wie in jeder Gemeinschaft.

Systemische Probleme

Viel hängt von der Haltung der lokalen Behörden ab. Wenn eine Gemeinde helfen möchte, werden Räumlichkeiten, Ressourcen und Lösungen gefunden. Wenn nicht, gibt es immer Gründe, weshalb etwas „unmöglich“ sei.

Oft wird die Verantwortung für Unterkünfte auf Leiter von Bildungs- oder medizinischen Einrichtungen übertragen, die physisch nicht in der Lage sind, ein vollwertiges Management der Unterbringung für Binnenvertriebene sicherzustellen. Der Betrieb einer Unterkunft ist ein eigener Bereich mit eigenem Budget und eigenem Management.

Internationale Fonds haben einen enormen Beitrag geleistet. Doch manchmal wird Hilfe geleistet, ohne die spätere Wartung zu berücksichtigen. Generatoren sind nicht angeschlossen, es gibt kein Budget für Treibstoff, Solaranlagen werden nicht in Betrieb genommen. Ohne Systematik verliert selbst gut gemeinte Hilfe an Wirksamkeit.

Warum das wichtig ist

Solange in vergleichsweise sicheren Regionen keine ausreichenden und würdigen Bedingungen geschaffen werden, werden Menschen in frontnahen Städten eine Evakuierung ablehnen. Sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen und ob sie dort zumindest elementaren Respekt für ihre Würde erfahren.

Es ist keine Frage der „Anderen“.
Es ist die Frage, welche Gesellschaft wir sein wollen.


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