Anfang 2025 überholten wir eine Charge gespendeter Laptops aus Großbritannien und brachten sie zur Schule Nr. 8 in Saporischschja, damit sie im Informatikunterricht im unterirdischen Schutzraum der Schule eingesetzt werden konnten. Bei diesem Besuch sahen wir mit eigenen Augen, unter welchen Bedingungen die Kinder lernten – und damit begann eine lange und kostspielige Geschichte des Wandels.
Die Hälfte des Kellers war notdürftig als Unterrichtsbereich eingerichtet. Der Betonboden war uneben und voller tiefer Fugen, über die man leicht stolpern konnte. Die Klassenräume waren lediglich durch Vorhänge voneinander getrennt, die zwar die Frischluft abhielten, den Lärm aus den Nachbarklassen jedoch ungehindert durchließen. Es gab zu wenig Beleuchtung und Belüftung, und in jeder Pause bildeten sich lange Schlangen vor den Toiletten.
Die Kinder machten das Beste daraus, denn die einzige Alternative war ausschließlicher Online-Unterricht. Sie drehten sogar ein Video darüber, wie ihre Traumschule im Schutzraum aussehen sollte.
Die andere Hälfte des Kellers befand sich in einem noch schlechteren Zustand: freiliegende Rohre, Erdboden und Wände, die kaum verputzt waren. Es wirkte völlig hoffnungslos.
Nach Monaten der Planung, Kalkulation, Preisvergleiche und der Suche nach praktikablen Lösungen begann dieser Traum Wirklichkeit zu werden. Die Vorhänge wurden durch stabile Trockenbauwände ersetzt. Der Boden wurde eben und sicher. Die Zahl der Toiletten wurde verdoppelt. Außerdem verbesserten wir die Beleuchtung und modernisierten die Belüftungsanlage.
Gemeinsam mit Ihnen haben wir bereits fast 1 Million Hrywnja (20.000 EUR) in dieses Projekt investiert. Als Nächstes soll eine zusätzliche Belüftungsleitung installiert werden, deren Kosten bei rund 250.000 Hrywnja (5.000 EUR) liegen. Danach folgt die zweite Bauphase. Diese Arbeiten sind dringend notwendig, denn die Schülerinnen und Schüler wechseln sich derzeit wochenweise ab – eine Woche Online-Unterricht, eine Woche Unterricht in der Schule.
Anders als ein herkömmlicher Schutzraum, der nur während eines Luftalarms genutzt wird, dient dieser Schutzraum dauerhaft als Lernort. Der Unterricht kann ohne Unterbrechungen fortgesetzt werden, die Kinder müssen bei Gefahr nicht mehr hektisch die Treppen hinunterlaufen und – vor allem – sie können endlich wieder gemeinsam lernen und Zeit miteinander verbringen, etwas, das ihnen während der langen Jahre des Distanzunterrichts so sehr gefehlt hat.
Noch immer gibt es viel zu wenige unterirdische Schulen, die vom Staat oder internationalen Geldgebern gebaut werden. Deshalb ist es so wichtig, bestehende Schutzräume in Schulen sicher, komfortabel und kinderfreundlich zu gestalten – genau dort, wo Kinder heute lernen.
Machen Sie mit. Dank Ihrer Unterstützung geht das Leben weiter. Sogar unter der Erde.