Nach offiziellen Angaben sind in der Region 3095 Platze fur Binnenvertriebene vorgesehen, davon sind 255 frei. Gesondert werden Platze fur Menschen mit Behinderungen erfasst. Doch die Statistik bildet nicht alles ab: "freie Platze" bedeuten haufig die Unterbringung mehrerer Personen in einem Zimmer, was kaum als komfortables Wohnen bezeichnet werden kann.
Das Gesamtbild ist ernuchternd. Auf dem Papier wirkt die Hilfe systematisch, in der Praxis sto?en wir jedoch oft auf Burokratie, Gleichgultigkeit und schwaches Management. Dennoch muss betont werden: Es gibt auch positive Beispiele - und diese gilt es zu unterstutzen.
Was wir gesehen haben
In einem Wohnheim eines Colleges, uber das zuvor der Ombudsmann berichtet hatte, erzahlten Bewohner von Zahlungen fur Zimmer, die mit Spendengeldern renoviert wurden. Gleichzeitig wird ein teurer Generator bei Stromausfallen nicht genutzt, und eine Solaranlage funktioniert nicht. Offiziell gibt es 96 Platze, tatsachlich leben dort etwa 40 Personen. Ein Teil des Gebaudes steht leer, ein zweiter Trakt ist vernachlassigt, obwohl die Menschen bereit waren, selbst bei Reparaturen mitzuhelfen.
In einem anderen Wohnheim wurden die Vertriebenen nach einem Brand an andere Orte verlegt. In einer landlichen Unterkunft herrscht eine gute Atmosphare, doch es gibt keinen Generator, und im Sommer trocknet der Brunnen aus. In einer Modulsiedlung in Czerniwzi ist die Kapazitat gro?, jedoch gibt es Probleme mit der Ausstattung, die entweder nicht funktioniert oder nicht gewartet wird. In einem gro?en Wohnheim im Stadtzentrum leben uber 360 Vertriebene, darunter viele Kinder, doch das Gebaude ist renovierungsbedurftig.
In allen Fallen zeigt sich dasselbe Problem: Ressourcen sind haufig vorhanden, doch es fehlt an systematischem Management und konsequenter Umsetzung bis zum Ergebnis.
Beitrag von Suspilne zu diesem Thema:
Reaktion der Gesellschaft: eine schmerzhafte Wahrheit
Nach der Veroffentlichung uber unseren Besuch erhielten wir Hunderte von Kommentaren. Das zeigte: Dieses Thema beruhrt die Menschen zutiefst.
Leider gibt es in Regionen fernab der Front einen Teil der Bevolkerung, der Binnenvertriebenen mit Geringschatzung begegnet. Es entstehen Verallgemeinerungen und Stigmatisierungen. Es fehlt an Empathie. Gleichzeitig bedenken nur wenige, dass diese Menschen ihr Zuhause, ihre Arbeit und ihr gewohntes Leben verloren haben. Nicht alle konnen sich schnell anpassen, insbesondere altere Menschen nicht.
Es ist wichtig zu verstehen: Binnenvertriebene sind keine "Kategorie", sondern unterschiedliche Menschen. Unter ihnen gibt es aktive, initiative Personlichkeiten, die Ordnung um sich herum schaffen. Es gibt aber auch jene, die langere Unterstutzung benotigen - wie in jeder Gemeinschaft.
Systemische Probleme
Viel hangt von der Haltung der lokalen Behorden ab. Wenn eine Gemeinde helfen will, werden Raumlichkeiten, Ressourcen und Losungen gefunden. Wenn nicht, gibt es immer Grunde, warum etwas "unmoglich" sei.
Haufig wird die Verantwortung fur Unterkunfte auf Leiter von Bildungs- oder medizinischen Einrichtungen ubertragen, die physisch nicht in der Lage sind, ein vollwertiges Management von Wohnraum fur Binnenvertriebene sicherzustellen. Der Betrieb einer Unterkunft ist ein eigener Bereich mit eigenem Budget und eigenem Management.
Internationale Fonds haben einen enormen Beitrag geleistet. Doch mitunter wird Hilfe geleistet, ohne die spatere Wartung zu berucksichtigen. Generatoren sind nicht angeschlossen, es gibt keine Mittel fur Treibstoff, Solaranlagen werden nicht in Betrieb genommen. Ohne Systematik verliert selbst gut gemeinte Hilfe an Wirksamkeit.
Warum das wichtig ist
Solange in vergleichsweise sicheren Regionen keine ausreichenden und wurdigen Bedingungen geschaffen werden, werden Menschen in frontnahen Stadten eine Evakuierung ablehnen. Denn sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen - und ob sie dort zumindest elementaren Respekt fur ihre Wurde erfahren.
Es ist keine Frage der "Anderen".
Es ist die Frage, welche Gesellschaft wir sein wollen.
Was der Fonds „Gluckliches Kind“ tut
Die Wohltatigkeitsstiftung "Gluckliches Kind" unterstutzt Binnenvertriebene seit 2014, und besonders aktiv seit 2022.
Wir:
- beschaffen Ausstattung fur Orte der vorubergehenden Unterbringung (Boiler, Waschmaschinen, Mikrowellen, Elektroherde und andere notwendige Gerate);
- helfen bei der Evakuierung unter schwierigen Umstanden;
- unterstutzen gro?e Pflegefamilien von Binnenvertriebenen aus der Region Saporischschja;
- organisieren Wanderungen in den Karpaten und Reisen durch die Ukraine fur Kinder von Binnenvertriebenen - damit ihr Leben nicht nur aus Uberleben besteht, sondern auch aus Entwicklung und Freude.
Und all das - ausschlie?lich dank Ihrer Unterstutzung.
Wir legen transparent Rechenschaft ab uber jede Spende seit 2007.
Wie Sie unterstutzen konnen
Sie konnen die Projekte des Fonds unter folgendem Link unterstutzen:
Dank Ihrer Unterstutzung konnen wir notwendige Ausstattung fur Unterkunfte beschaffen und Rehabilitationsreisen fur Kinder organisieren.
Gemeinsam konnen wir mehr bewirken - und formale "Schlafplatze" in wurdige Lebensbedingungen verwandeln.



